nasza witryna Mystische Historiographie
Dr. Bogdan Musial


  Die Wehrmacht war eine verbrecherische Organisation, deren Mitglieder - also Soldaten - während des II Weltkrieges mehrheitlich an allen möglichen Verbrechen beteiligt waren - so die Hauptthese der Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht 1941-1945", die bei ihrer Eröffnung in Deutschland erbitterte Diskussionen ausgelöst hat. Die Ausstellung wurde von Bombenanschlägen, Gerichstprozessen, Demonstrationen sowie Straßenkämpfen begleitet.

Diese Hauptthese der Ausstellungn stützte sich auf hunderte von erschütternden Photos und zahlreiche Dokumente. Doch eine sorgfältige Analyse der ausgestellten Photographien und Dokumente hat erwiesen, daß die Ausstelung eine primitive Manipulation des Quellenmaterials war.

Dies ist ein Beispiel dafür, wie unter ideologischem Druck oft die Fakten verbogen werden. Man sollte sich auch bei der Diskussion darüber, was in Jedwabne geschehen ist, dessen erinnern.

Die Wehrmachtausstellung hat die Deutschen in zwei Lager gespalten. Die einen, die sich für fortschrittlich, aufgeklärt und der eigenen Vergangenheit gegenüber für kritisch hielten, bejahten die Austellung. Die anderen, die Unverbesserlichen leugneten jegliche Verbrechen der Wehrmacht oder gar des Nationalsozialismus.

Der Inhalt der Diskussion, die zuweilen die Form von Sühneveranstaltungen annahm, bestand in Erörterung von Schuld, Verantwortung und der Notwendigkeit der Abrechnung mit der eigenen Geschichte. Es ging sogar soweit, daß Ausstellungsbesucher unter dem Eindruck des Gesehenen ohnmächtig wurden und ständig in den Schlagzeilen erscheinende Politiker vor Fernsehkameras in Tränen ausbrachen.

Von Vielen wurde die Ausstellung glorifiziert und gepriesen, sie wurde regelrecht von einem Kult begleitet. Eine Kritik an ihr kam einer Blasphemie gleich.

Negativer Nationalismus

Den Erfolg dieser Ausstellung kann man nicht ohne Kenntnis der neuesten deutschen Geschichte sowie des in den 90 er Jahren in Deutschland herrschenden geistigen Klimas verstehen. Nach einer kurzen Phase der Entnazifizierung, die 1945 von den siegreichen Alliierten eingeleitet wurde, kam es in den 50 er Jahren zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, der von einer Verdrängung der nationalsozialistischen Vergangenheit begleitet wurde. In den 60 er Jahren aber fing man wieder an, von den NS-Verbrechen zu reden, man fing an, unangenehme Fragen zu stellen. Dabei spielte die Studentenbewegung des Jahres 1968 die entscheidende Rolle. In den folgenden Jahren gewann dieser Prozeß an Dynamik und ist heute unter dem Begriff "Überwindung der Vergangenheit" bekannt.

Das heutige Deutschland definiert sich durch den sog. negativen Nationalismus. Die Deutschen bekennen sich nämlich nicht zu den positiven nationalen Werten, sondern eher zu den nagativen ("Wir waren die größten Verbrecher"). Die Ausstellung über die Verbrechen der Wehrmacht erfüllte den Anspruch der Entsühnung in idealer Weise. Die Mehrheit der Besucher, ja sogar die Gegner der Ausstellung sind davon ausgegangen, daß die ausgestellten Photos wirklich die Verbrechen der Wehrmacht zeigten. Nachdem jedoch die präsentierten Bilder und Dokumente einer fachmännischen Analyse unterzogen wurden, hat sich herausgestellt, daß die Ausstellung eine primitive Manipulation des Quellenmaterilas und somit eine Provokation war.

Auf den ausgestellten Photos konnte man nämlich als vermeintliche Wehrmachtsverbrecher Personen in den Uniformen der deutschen Reichsbahn, ganz zu schweigen von Soldaten in finnischen, ungarischen, bulgarischen oder gar sowjetischen Uniformen, ausmachen. Viele der erschütternden Photos stellten die Exhumierung der Opfer sowjetischer Verbrechen an der polnischen Bevölkerung Ostpolens im Frühsommer 1941 (unmittelbar vor oder während des deutschen Überfalls auf die Sowjet-Union -A.d.Ü.) dar.

Als die Autoren der Ausstellung auf diese Mängel aufmerksam gemacht wurden, reagierten sie eher atypisch; sie beauftragten einen Rechtsanwalt, den Kritiker vor Gericht zu bringen und leiteten gegen ihn eine Verleumdungskampagne ein. Das Gericht gab nicht ihnen, sondern dem Kritiker recht und die Ausstellung mußte geschloßen werden.

Amerikanisierung des Holocausts

Ein weiteres Ereignis der letzten Jahre, das erbitterte Diskussionen auslöste, stellte das Erscheinen des Buches von Daniel Goldhagen "Die eifrigen Henker Hitlers" dar. In diesem Werk wurde die These präsentiert, daß die Deutschen schon immer die Juden ausmerzen wollten und Hitler dies ihnen lediglich ermöglicht habe. Dieses Buch ist eine Folge der Amerikanisierung des Holocausts. Es war für den amerikanischen Leser bestimmt und ist in den USA bis heute populär, weil der Holocaust eine zentrale Rolle in der amerikanischen Kultur spielt.

Es ist nicht immer so gewesen. Während des 2. Weltkrieges interessierte den Durchschittsamerikaner das Schicksal der europäischen Juden überhaupt nicht. Erst in den 60 er Jahren begann man die Vernichtung der Juden zu entdecken und dieser Prozeß verstärkte sich in den 70 er Jahren. Schließlich erschienen in den 90 er Jahren in der amerikanischen Presse mehr Publikationen zu diesem Thema als in den 45 vorangegangenen Jahren insgesamt. Zu gleicher Zeit wurden zahlreiche Holocaustmuseen eröffent, hunderte von "Lehrstühlen" an den amerikanischen Universitäten eigens zu diesem Thema errichtet und die Geschichte des Holocausts fand sogar Eingang als Pflichtfach in den Schulunterricht vieler Bundesstaaten. Auch Hollywood hat sich dieses Themas dankbar angenommen, wofür der sehr bekannte Film "Schindlers Liste" ein Paradebeispiel ist.

Für die jüdische Gemeinschaft in den USA ist Holocaust zur "Ersatzreligion" geworden, also zu einem Integrationsinstrument. In ihm fanden die amerikanischen Juden ein Mittel, mit dessen Hilfe der fortschreitenden Lockerung der traditionellen Bindungen innerhlab der jüdischen Gemeinschaft und somit dem langsamen Aufgehen in die amerikanische Gesellschaft entgegengewirkt werden konnte. Das Gedenken des Holocausts und der erlittenen Leiden sollte ab nun dem Zusammenhalt der Juden und dem Aufrechterhalten der jüdischen Identität dienen. So begann der Prozeß der Instrumentalisierung und Sakralisierung des Holocausts.

Amerikansiche Juden spielten in den meinungsbildenden Medien, also in Hollywood, im Fernsehen und Rundfunk, in der Presse und im Verlagswesen bereits seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle. Auf deren Einfluß ist es zum größten Teil zurückzuführen, daß der Holocaust zum gesamtamerikanischen Thema wurde - meint der amerikanische Historiker Peter Novick.

Einen Wendepunkt in dieser Beziehung brachte in den 70 er Jahren der Film "Holocaust", den 1978 über 100 Mio. Amerikaner gesehen haben. Es wird allgemein angenommen, daß dies der Scheidepunkt war, ab dem ein historisches Ereignis immer mehr zu einem mystischem wurde, das sich zu einer universellen Verwendung in der aktuellen Politik eignete. Denn heute berufen sich auf den Holocaust zur Durchsetzung ihrer Postulate sowohl die aktiven Verfechter des Umweltschutzes, diejenigen, die sich für die Bekämpfung von AIDS einsetzen als auch die Verteidiger des ungeborenen Lebens. Die Präsidenten Bush und Clinton rechtfertigten mit ihm gar die amerikanische Interventionen in Kuweit bzw. im Kosowo.

Den Schlüssel zum Verständnis der Rolle des Holocausts in den USA stellt in erster Linie nicht der Einfluß der jüdischen Organisationen auf das Gesellschaftsleben dar, sondern die Neigung der amerikanischen Gesellschaft, die geistigen Bedürfnisse in zunehmend areligiöser Art und Weise zu stillen bei gleichzeitiger Überzeugung, daß man sich politisch gesehen auf der richtigen Seite befindet. Der Holocaust eignet sich gerade dazu ideal. Er ist ein Werk des absoluten Bösen, hat sich im entfernten Europa ereignet und die Amerikaner tragen dafür keine Verantwortung. Anders wäre es, wenn man sich der Ausrottung der Indianer oder der Sklaverei der Schwarzen annehmen müßte.

Nur Vernichtung der Juden

Parallel zu der Mystifizierung und Politisierung des Holcausts verlief dessen Kommerzialisierung. Bestimmte Berufsgruppen, wie z.B. die die Entschädigungsverfahren für die überlebenden Opfer des Holocausts führenden Rechtsanwälte, nutzten ihn als Quelle von bedeutenden Einnahmen. Auch wer im akademischen Bereich eine schnelle Kariere machen, ein Buch herausgeben oder bekannt und anerkannt werden wollte, erreichte dies am schnellsten, dadurch.daß er sich dieses Themas annahm.

Die sehr umfangreiche, sich mit diesem Thema befassende amerikanische Publizistik, zeichnet sich vom wissenschftlichen Standpunkt her gesehen durch viele kontroverse Eigenschaften, wie z.B. das völlige Fehlen des historischen Kontextes aus. Die Geschichte des 2. Weltkrieges wird darin auf die Vernichtung der Juden reduziert. In dieser Geschichte erscheinen dann als Akteure die Henker (die Deutschen und ihre Helfer), die passiven Zeugen der Verbrechen und die Opfer, d.h. die jüdische Gemeinschaft. Den Polen wird in diesem Szenario die Rolle der Henkershelfer oder der Henker selbst zugewiesen. Weil die große Mehrheit der Juden in den von Polen bewohnten Gebieten ermordert wurde, treten die Polen im letztgenannten Zusammenhang am häufigsten auf.

Für die ethnisch polnischen Opfer des 2 Weltkrieges, deren Zahl - ohne die Opfer der sowjetischen Verbrechen zu zählen, etwa 1.5 Mio. beträgt, gibt es in diesen Darstellungen keinen Platz . Viel Aufmerksamkeit wird dagegen den homosexuellen Opfern der NS-Verfolgung eingeräumt, obwohl deren Gesmatzahl 10 000 nicht überstieg. Sehr verbreitet ist in dieser Publizistik auch die These, daß die Deutschen ihre Vernichtungslager gerade deswegen in Polen errichtet haben, weil sie mit der Unterstützung durch den polnischen Antisemitismus rechnen konnten.

Eine weitere Eigenschaft der amerikanischen Holocaustliteratur ist die Nichtbeachtung der Grundregel der wissenschaftlichen Forschung, wofür das bereits zitierte Buch von Goldhagen ein gutes Beispiel ist. Der Nestor der wissenschaftichen Forschung über die Vernichtung der Juden und Weltautorität in diesem Bereich, Raoul Hilberg, hat festgestellt, daß es in den USA bezüglich der Holocuast-Forschung keine "Qualitätskontrolle" gibt. Nach Auffassung von Hilberg hat Goldhagen "dummes Zeug" geschrieben.

Die deutsch-kanadische Historikerin, Ruth Bettina Birn, der die im Buch "Eifrige Henker Hitlers" zitierten Quellen bestens bekannt sind, meint, daß man unter Anwendung der "Methode von Goldhagen" aufgrund desselben Quellenmaterials genau Gegenteiliges "beweisen" könnte. Sie hat dafür viele überzeugende Beweise angeführt. Goldhagen seinerseits beauftragte Rechtsanwälte, Frau Birn durch Einschüchterung zum Schweigen zu bringen, statt sich mit deren gewichtigen Einwänden sachlich auseinanderzusetzen oder einfach zu schweigen. Seine Befürworter haben wiederum versucht, Frau Birn um ihren Arbeitsplatz zu bringen. Diesen Bemühungen war jedoch kein Erfolg vergönnt und heute diskutiert kein ernstzunehmender Holocausthistoriker mehr die Thesen von Goldhagen.

Affirmative Haltung

Ein weiteres Dogma der amerikanischen Geschichtsversion des Holocausts stellt die kritiklose Befürwortung der Berichte der Holocaustüberlebenden dar. Jan Tomasz Gross verkündet in seinem Buch "Die Nachbarn" das in den USA bereits seit Jahren herrschende Dogma als das neuartige Herangehen an die Quellen und erklärt, daß er neue Maßstäbe für die Erforschung des Holocausts setzt. Er ist der Meinung, daß "unsere Ausgangsposition gegenüber jeder Überlieferung seitens der dem Holocaust Entkommenen sich von einer zweifelnden in die affirmative ändern muß." Desweiteren erklärt er autoritär: "Wir dürfen die Juden als Nachbarn der Polen in dieser Hinsicht (d.h. bezüglich der Darstellung des jüdisch-polnischen Verhältnisses während des 2. Weltkrieges) nicht der bösen Absichten verdächtigen."

Wie sollte man aber bei der Akzeptanz eines solch affirmativen Umgangs mit den Quellen den Bericht des aus Wasilkow bei Bialystok stammenden Michael Mielnicki bewerten? Dieser hat in seinen neuerdings in Kanada unter dem Titel "Von Bialystok nach Birkenau" veröffentlichten Memoiren die Tätigkeit seines Vaters Chaim während der sowjetischen Besatzung beschrieben. " Ich erinnere mich" - schreibt er -, "wie die NKWD-Kommissare aus Moskau, die oft bei Dämmerung unser Haus aufsuchten, im Wohnzimmer (...) saßen und mit meinem Vater leise Gespräche führten, gemeinsam Listen der Verdächtigen der Zugehörigkeit zur fünften Kolonne (d.h. der sog. polnischen Volksdeutschen), Listen der polnischen Faschisten, Ultranationalisten oder anderen ortsansäßigen *Verrätern* bzw. Konterrevolutionären durchgingen. Ich habe verstanden, daß er diie NKWD Fünktionäre beriet, wer von den hiesigen Polen nach Sibirien zu deportieren oder anderswie zu behandeln.sei. - Wir müssen die Faschisten loswerden - sagte er zu meiner Mutter. - Sie haben Sibirien auch verdient. Sie sind nicht gut zu den Juden."

Gross` Bereitschaft zur kritiklosen Akzeptanz der Überlieferungen von Holocaust Überlebenden als geschichtliche Quelle hat jedoch ihre Grenzen. Er akzeptiert nämlich lediglich solche Berichte, die seine Thesen stützen, ignoriert dagegen diejenigen, die diesen widersprechen. Ein Beispiel dafür sind Zeugnisse von Juden, die in den Jahren 1941-1942 verfaßt wurden. Zahlreiche Autoren dieser Überlieferungen beurteilten die Haltung großer Teile der jüdischen Bevölkerung ihren polnischen Nachbarn gegenüber sehr kritisch. Einer von ihnen beschrieb die Situation in Wilna folgendermaßen: "Jüdische Kommunisten spielten mit den patriotischen Gefühlen der Polen, sie denunzierten deren geheime Besprechungsorte, enttarnten polnische Offiziere und ehemalige höhere Beamte, arbeiteten aus eigenem Antrieb für die NKWD und nahmen an den von diesem durchgeführten Verhaftungen aktiv teil." Nichts anderes tat in Wasilkow Chaim Mielnicki.

Gross meidet konsequent solche Zeugnisse, weil diese seiner These widersprechen, daß während der sowjetischen Besatzung Ostpolens nichts geschehen ist, was das sowieso spannungsvolle polnisch-jüdische Verhältnis zusätzlich negativ belastet hätte.

Notwendigkeit der Rückholung des Gedächtnisses

Die Aufgabe eines Forschers besteht jedoch nicht in einer "affirmativen Haltung", sondern in einem gesunden, fachspezifischen Skeptizismus und in der sorgfältigen Analyse jeder Überlieferung. Die Anwendung der von Gross postulierten Methodologie führt dazu, daß in den wissenschaftlichen Diskurs subjektive Vorurteile und Antipathien der Zeitzeugen einfliessen, die keiner Verifizierung unterliegen. Sie erleichtert auch Hochstaplern aller möglichen Couleur ihr Tun.

Als Beispiel für Letzteres sollen die "Erinnerungen" des Benjamin Wilkomirski dienen, der als mehrjähriges Kind den Holocaust in Polen überlebt haben sollte. Der Autor wurde für seine Publikation, die in viele Sprachen übersetzt wurde, mit bedeutendsten Preisen ausgezeichnet. Goldhagen hielt sie für eines der authentischsten "Zeugnisse des Holocaust". Doch dann stellte sich heraus, daß Wilkomirski überhaupt kein Jude ist und daß seine "Erinnerungen" ein Phantasieprodukt sind. Unvergeßlich bleibt das Bild von Wilkomirski, der Fragmente seiner "Erinnerungen" liest, Klarinette spielt und über Identität, Schuld, Verantwortung und Gedenken des Holocausts als Heilmittel für die Überwindung des Bösen vor hunderten zu Tränen gerührter Zuhörer philosophiert.

Es ist noch nicht bekannt, wie die durch das Buch von Gross hervorgerufene Diskussion enden wird. Die einen weisen seine Akkusationen als unbegründet, übertrieben und lediglich die Zerstörung des guten Rufs der Polen avisierend zurück. Bei diesen treten nicht selten antisemitische Tendenzen zu Tage. Die anderen bejahen die Thesen von Gross, legen hoch emotinale Erklärungen ab und geben durch ihre philosophisch-moralisierenden Erörterungen einer in Amerika sehr populären Neigung zum psychanalytischen Mystizismus sowie zu der in Deutschland verbreiteten Tendenz zur Selbstkasteiung Ausdruck. Diese Gruppe, überzeugt von eigener Fortschrittlichkeit und Modernität, ist bezüglich der Meinungsbildung sehr einflußreich und hat somit gute Chancen, zu obsiegen. Deren Vertreter sind der Auffassung, daß im Falle von Jedwabne bereits das letzte Wort gesprochen wurde, weil "der Teufel nicht im Detail, sondern in der Generalisierung stecke " und rufen daher dazu auf, sich an die eigene Brust zu klopfen.
Es gibt aber noch die sachliche Haltung derer, die von der Notwendigkeit einer Diskussion über dieses Thema sprechen. Deren Vertreter sind der Meinung, daß die Bedingung einer solchen Diskussion eine sorgfältige, sachliche Prüfung der Angelegenheit ist; sie kritisieren zahlreiche handwerkliche Mängel bei Gross sowie seinen "spezifischen" Umgang mit den Quellen. Zwar befinden sich diese augenblicklich in der Defensive, sind aber mit ihrer Haltung von vornherein nicht zur Niederlage verurteilt.

Ich glaube nicht, daß Polen eine Vergangenheitsbewältigung im deutschen Stil oder eine amerikanische Deutung des 2. Weltkrieges nötig hat. Polen braucht heute, daß ihm sein Gedächtnis zurückgegeben wird; denn das historische Bewußsein der Nachkiregsgenerationen der Polen wurde weitgehend durch den kommunistischen Staat entstellt. Statt eines Ausstauschs der in der Volksrepublik Polen geschriebenen Geschichte gegen eine Historiographie im Stile der Austellung über die Verbrechen der Wehmacht, bzw der Bücher "Die eifrigen Henker Hitlers" oder "Die Nachbarn" tut hier ernshafte wissenschaftliche Erforschung der neuesten Geschichte not .

Der Verfasser ist pormovierter Historiker. Er ist beschäftigt im Deutschen Historischen Institut in Warschau. Weltruhm hat ihm die Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Analyse eingebracht, in der er nachgewiesen hat, daß die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" Materialien enthält, die nicht die Verbrechen der Wehrmacht, sondern die des NKWD darstellten.

Übersetzung E.K.

Dr. Bogdan Musial, Rzeczpospolita, 2001-12-31

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